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Review

Pop-PunkPunkrock

Kritik: Yours Truly - „Toxic“

Das australische Pop-Punk Trio Yours Truly hat sich mit ihrem Debütalbum „Self Care“ und dem authentischen feel-good Sound rasant in ...

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Das australische Pop-Punk Trio Yours Truly hat sich mit ihrem Debütalbum „Self Care“ und dem authentischen feel-good Sound rasant in die Herzen der Fans gespielt. Der modernen Pop-Punk erhielt durch die Truppe einen kräftigen Schubs nach vorne gegeben. Auf der darauffolgenden EP „Is this what I look like?“ hat sich die Kombo um Frontfrau Mikaila Delgado von einer deutlich ernsthaften und härteren Seite gezeigt – sowohl lyrisch, als auch soundtechnisch. Zwei Jahre später und ihr zweites Studioalbum „Toxic“ steht in den Startlöchern. Nach dem starken Start und der musikalischen Vielfalt der letzten Platten stellt sich nun die Frage, welche Richtung ihr zukünftiger Karrierepfad einschlägt: blumiger Herzschmerz-Pop-Punk oder riff-lastige Melancholie?

Um diese Frage zu beantworten werfen wir doch einen Blick auf den Kern der Platte. Der Titel „Toxic“ könnte nämlich treffender nicht sein. Thematisch nimmt das zweite Studioalbum Form eines Tagebuchs Dalgados an – vor allem ungesunde Beziehungsmuster und Break-Ups ziehen sich wie ein roter Faden durch die Platte. Zeilen, in denen sich garantiert jede:r Hörer:in wiederfinden kann – check! Untermalt werden ihre persönlichen Krisen von einer frechen Attitüde, welche von Bandkollegen Teddie Winder-Haron an der Gitarre und dem Neuzugang Henry Beard an den Drums kräftig unterstützt werden. „Toxic“ ist nämlich alles andere als blumig. Tatsächlich legen Yours Truly in Sachen Härte noch eine Schippe zu ihren bisherigen Werken drauf.

Neue Härte: Yours Truly entwickeln ihren Sound weiter

Mit dem Eröffnungstrack „Back 2 You“ preschen Yours Truly mit einer Geschwindigkeit von 110 Prozent nach vorne und kombinieren punkige Strophen mit einem charakteristisch, melodischen Refrain – der natürlich auch im Ohr bleibt. „Back 2 You“ ist einer der härtesten und experimentellsten Songs, die uns die Australier bisher je ums Ohr schmetterten. Besonders Delgados Stimmungswechsel zwischen der Strophe, Bridge und dem Refrain sorgen für überraschende Erfrischung, während die harten Riffs und das schnelle Tempo an den Soundtrack eines klassischen Racing-Videogames erinnern. Ein Einstieg, der neugierig macht!

Die darauffolgende Single „Sour“ knüpft an die Energie ihres Vorgängers an und punktet mit ihrem schnellen Tempo. Halt gewinnt die Single dabei durch ihren geschmeidigen Aufbau, welcher in dem tragendem Refrain seinen Höhepunkt findet. Nicht ohne Grund auch einer der stärksten Tracks der Platte. Dabei erinnert uns der Song daran, dass toxische Beziehungen in allen möglichen Lebensbereichen entstehen können. „Sour“ richtet sich gegen die Musikindustrie, die Yours Truly so sehr drängen und ihnen Dinge vorschreiben, dass Delgado sich am Ende nur noch dachte: „Fuck this; this is our fucking band; I’m going to do what I want!“.

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Genießt die freche Attitüde, die harten Gitarrenriffs und die flotten Rhythmus-Wechsel, denn die Stimmung ändert sich mit den folgenden Songs. Auf „California Sober“ und „Let Go“ stimmt die Band deutlich poppigere Strophen an. Auch der Refrain bleibt natürlich ebenfalls wie gewohnt melodisch! Klassisch leichter Pop-Punk, wie er im Buche steht, prägt die beiden Tracks und erinnert an das Debütalbum „Self Care“.

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Ja, wie es scheint, soll auf „Toxic“ ein möglichst breites Publikum bedient werden. Was darf da nicht fehlen? Genau. Eine Ballade. Diese nimmt Form in „All That I’m Not“ an. Ein emotionaler Track, der den Schmerz einer unerwiderten Liebe thematisiert. Man erwischt sich sogar mit einem kurzen Vergleich zu Weltstar Taylor Swift! Der Refrain wird durch Streichinstrumente begleitet und sticht durch Delgados kraftvollen Gesang hervor – holt schon mal die Taschentücher raus. Da in Sachen Tempo allerdings stark auf die Bremse gedrückt wird, wirkt der Track im Vergleich zu den energischen Vorgängern beinahe etwas langatmig.

Stimmungswechsel verknoten den roten Faden

Mit „Love Feels Like“ folgt ein kurzer experimenteller Mix aus EDM-Beats und Akustikgitarre, kombiniert mit stark getunten Vocals. Nach der kraftvollen Ballade wirkt er allerdings eher fehlplatziert. Sein Sinn und Zweck scheint die Einleitung des nächsten Stimmungswechsels zu sein:

Mit „Bloodshot Eyes“ und „Sinking“ nehmen uns Yours Truly nämlich zurück auf ihre EP „Afterglow“ aus dem Jahr 2019 – die Stimmung der beiden Tracks erinnert stark an die Single „High Hopes“. Ein düsterer, emotionaler Grundton prägt die beiden Songs, welcher sich langsam in eine Post-Hardcore-Richtung bewegt. Während „Bloodshot Eyes“ mit harten Breaks und energischen Rhythmus sanft an den Stimmungswechsel heranführt, explodiert „Sinking“ durch einen riff-lastigen, emotional aufgeladenen Refrain. Jono Hawkey von Bloom überrascht am Ende mit einem Scream-Part und lässt die Herzen von Fans härterer Musik höher schlagen.

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Das melancholische Feuerwerk wechselt seine Farben jedoch so schnell, wie es erleuchtet ist. Zum Ende von „Toxic“ wird nochmal die Pop-Punk Fahne hochgehalten. Mit einer deutlich fröhlicheren Tonalität, kehrt auf „Desaturated“ die freche Seite von Delgado zurück. Selbstbewusst spricht sie die Zeilen „You’re so fake you burn like plastic, think you’re perfect and I’m so over it“ und schafft damit einen Soundtrack für 2000er-Highschool-Movies. Abgerundet wird der Abschluss des Albums von der Single „Call My Name“, welche bereits jetzt zu den Top-Songs von Yours Truly zählt. Das Stück handelt von der Schwierigkeit, eine Person loszulassen, die einen immer wieder mit offensichtlichen Red Flags konfrontiert. Der melodische Refrain bleibt Hörer:innen dabei auch noch Stunden nach dem Durchlauf im Gedächtnis – ob das abrupte Ende der Single den kontinuierlichen Ohrwurm fördert?

Foto: Max Pasalic / Offizielles Pressebild

ALBUM
Toxic
Künstler: Yours Truly

Erscheinungsdatum: 16.08.2024
Genre:
Label: UNFD
Medium: CD, Vinyl, etc

Tracklist:
  1. BACK 2 U
  2. Sour
  3. California Sober
  4. Let Go
  5. All That I'm Not
  6. Love Feels Like
  7. Bloodshot Eyes
  8. Sinking (feat. Bloom)
  9. Desaturated
  10. Call My Name
Yours Truly Toxic
Yours Truly Toxic
7.5
FAZIT
An Abwechslung fehlt es "Toxic" definitiv nicht. Yours Truly zeigen sich zum einen deutlich härter und experimentierfreudiger. Gerade die ersten zwei Songs "Back 2 U" und "Sour" schlagen mit ihren modernen, punkigen Elementen eine neue Richtung ein. Zum anderen versucht das Trio ihre komplette musikalische Bandbreite zu zeigen und paart hymnische Balladen mit Scream-lastigen Post-Hardcore Songs. Klassische Pop-Punk Sounds werden wiederum mit elektronischen Spielereien (z. B. verzerrten Vocals) aufgepeppt, was dem Ganzen einen modernen Touch verleiht. Insgesamt ist "Toxic" ein starkes Album, welches allerdings nur lyrisch durch einen roten Faden verbunden wird. Soundtechnisch könnten das Gesamtbild einen smootheren Übergang vertragen.